Einführung

Aktuell

Archiv

J.S.Bach // Das Orgelwerk

Gesamtaufführung in
14 Gottesdiensten und Matineen

vom 3. Dezember 2006 – 18. März 2007
jeweils Sonntags (außer Weihnachten und Silvester)
10.00 Uhr Gottesdienst
11.30 Uhr Matinee

Die Schirmherrschaft hat Dr. Susanne Eisenmann,
Bürgermeisterin für Kultur, Bildung und Sport

Johann Sebastian Bach komponierte ca. 200 Choralvorspiele und über 70 freie Werke wie Präludien und Fugen für die Orgel. Der Großteil dieses 20-stündigen Musikepos wurde für den Gottesdienst geschrieben. Der Gaisburger Zyklus belässt die Musik in Ihrem Kontext – in einem Gottesdienst. Gleichzeitig soll in einem weltlichen Spiegel die Bedeutung und Aktualität Bachscher Kirchenmusik in unserer modernen Gesellschaft kritisch hinterfragt werden. 14 Persönlichkeiten aus anderen kulturellen Zusammenhängen werden darüber in den Matineen reflektieren.

Bach veröffentlichte zu Lebzeiten neben den canonischen Veränderungen nur zwei Sammlungen mit Choralvorspielen, die Schübler-Choräle und den Dritten Theil der Clavierübung. Die in beiden Sammlungen  enthaltenen 14 für Bach offensichtlich wichtigeren Choralvorspiele bilden den inhaltlichen Rahmen des Zyklus. Jeweils ein Präludium und Fuge, sowie jeweils vier Choralvorspiele und Choralsätze erklingen im liturgischen Verlauf des Gottesdienstes. Die Matineen setzen sich neben Choralbearbeitungen auch aus den weltlichen Formen wie Concerti und Sonaten zusammen.

Was unterscheidet die Gaisburger
Gesamtaufführung von anderen?

Bach komponierte ca. 200 Choralvorspiele und über 70 freie Werke wie Präludien und Fugen für die Orgel. Mehr als 80% dieses 20-stündigen Musikepos ist implizite Gottesdienst-Musik, wenn nicht sogar Kirchen-Musik. Der Gaisburger Zyklus versucht zunächst die Musik in Ihrem Kontext zu belassen - in einem Gottesdienst. Gleichzeitig soll in einem gesellschaftlichen Spiegel die Bedeutung und Aktualität Bachscher Kirchenmusik kritisch hinterfragt werden. Darüber werden 14 Persönlichkeiten aus bewusst nicht kirchlichen kulturellen Zusammenhängen in den Matineen reflektieren. Welchen Stellenwert hat das kulturelle Erbe der Kirchengeschichte in der modernen Gesellschaft? Steht dieser innewohnende Anspruch noch in einem Dialog oder einer Dialektik mit dem geistigen, kirchlichen oder kulturellem Leben unserer Zeit?

Warum Gottesdienste?!

Bachs Orgelmusik ist längst Konzertmusik geworden. Niemand vermisst einen liturgischen Zusammenhang beim Erklingen der d-moll Toccata, g-moll Fantasie oder Passacaglia. Selbst Choralvorspiele wie “Wachet auf ruft uns die Stimme” erklingen als Werbe- oder Kaufhausmusik. Bach selbst veröffentlichte nur wenige Orgelwerke, nur ein Präludium und Fuge und fünfzehn choralgebundene Werke.

Für eine historisch kritische Aufführung und Auseinandersetzung ist der liturgische Kontext obligatorisch. Die Predigten treten in den Dialog mit den `weltlichen´ Reflexionen der Matineen. Ein Teil der Orgelwerke sind reine Begleitung des Gemeindegesangs und verstehen sich nur in diesem Zusammenhag.

Wie gestalten sich die Gottesdienste – als Konzert?

Bach komponierte ein Teil seiner Werke für die gottesdienstliche Praxis. Darunter fallen z.B. Begleitsätze für den Gemeindechoral. Die damalige Praxis verlangte von dem Organisten eine kleine improvisierte Überleitung bei jeder Atempause, auch war das Singtempo erheblich langsamer. Von Bach sind einige dieser Choräle mit Überleitung erhalten, die als Konzertmusik allein keinen Sinn machen. Auch Präludien und Fugen waren als Orgelvor- und -nachspiel für einen Gottesdienst komponiert, ebenso natürlich die Choralvorspiele als Vorbereitung auf den Gemeindegesang. Diese Stücke kommen erst im liturgischen Verlauf zu Ihrem Sinn und Ihrer richtigen Geltung.

Die Gottesdienste werden jeweils durch ´Präludium und Fuge` gerahmt, im Verlauf des Gottesdienstes werden dann zu Bachsätzen und den entsprechenden Choralvorspielen jeweils vier Choräle gesungen – dabei auch in der Praxis der Bachzeit mit Bachs originalen Zwischenspielen.  

Warum Choräle als Titel der Veranstaltungen?

Bach selbst gab von seinen über 270 heute überlieferten Orgelwerken nur ein freies, dafür aber 15 choralgebundene Werke als Druck heraus. Die von ihm selbst ausgewählten Choräle müssen für sein Leben und Werk eine zentrale Rolle gespielt haben und dienen darum dem Zyklus als thematischer Leitfaden. Die sechs Schübler-Choräle (II bis VII) umschreiben eine Art Progression christlichen Lebens (Glaube, Hoffnung usw.), Kyrie (I) und Gloria (XIV) sind als Teile des Messordinariums wie die sechs Katechismus-Choräle (VIII bis XIII) aus dem “Dritten Theil der Clavierübung” entnommen. Die Zusammenstellung der übrigen Werke des jeweiligen Sonntags orientieren sich an diesen Choralbearbeitungen, zugleich sind sie Gegenstand der Predigt und der Reflexion.

Warum Reflexionen der prominenten Gäste?!

Wie aktuell ist Kirchenmusik, kann Kirchenmusik sein?! Die prominenten Gäste sprechen über Erfahrungen mit Kirche und mit Kirchenmusik – mit Bachs Musik. Bewusst wurden Persönlichkeiten gefragt, die im Kulturbetrieb in einer großen Öffentlichkeit stehen. Welche Positionen nehmen die Kirchen und kirchliche Veranstaltungen in kultureller Sicht ein. Wo liegen Chancen, wo sind die Grenzen?

Retrospektiv: Journale mit Predigttexten und Reflexionen zum Nachlesen

I. Kyrie

1. Advent 2006

Journal I (pdf), Pfarrer Klaus Pantle

II. Wachet auf ruft uns die Stimme

2. Advent 2006

Journal II (pdf), Pfarrer Klaus Pantle

Reflexion II (pdf), Nikolai Forstbauer (Resorleitung Kultur, Stuttgarter Nachrichten)

III. Wo soll ich fliehen hin

3. Advent 2006

Predigt III (pdf), Dietmar Seiler

Reflexion III (pdf), Matthias Rexroth (Sänger)

IV. Wer nur den lieben Gott lässt walten

1. Sonntag nach Epiphanias 2007

Predigt IV (pdf), Pfarrer Christoph Doll

V. Meine Seele erhebet den Herrn

2. Sonntag nach Epiphanias 2007

Journal V (pdf), Pfarrer Klaus Pantle

VI. Ach bleib bei uns, Herr Jesu Christ

3. Sonntag nach Epiphanias 2007

Predigt VI (pdf), Dekan Hans-Peter Ehrlich

VII. Kommst Du nun Jesu vom Himmel herunter

4. Sonntag nach Epiphanias 2007

Journal VII (pdf), Pfarrer Klaus Pantle

Reflexion VII (pdf), Albrecht Puhlmann (Intendant der Staatsoper Stuttgart)

VIII. Dies sind die Heiligen Zehen Gebot

Septuagesimae 2007

Journal VIII (pdf), Pfarrer Klaus Pantle

Reflexion VIII (pdf), Peter Jakobeit (Geschäftsführer der Kulturgemeinschaft Stuttgart)

IX. Wir gläuben all an einen Gott

Sexagesimae 2007

Predigt IX (pdf), Kirchenrat Helmut Dopffel

Reflexion IX (pdf), Prälat i.R. Martin Klumpp

X. Vater unser im Himmelreich

Estomihi 2007

Journal X (pdf), Pfarrer Klaus Pantle

XI. Christ, unser Herr, zum Jordan kam

Invokavit 2007

Journal XI (pdf), Pfarrer Klaus Pantle

Reflexion XI (pdf), Dagmar Munck-Sandner (SWR, Redaktionsleitung Alte Musik)

XII Aus tiefer Not schrei ich zu Dir

Reminiscere 2007

Journal XII (pdf), Pfarrer Klaus Pantle

Reflexion XII (pdf), Siegfried Stumpf (Polizeipräsident der Landeshauptstadt Stuttgart)

XIII Jesus Christus, unser Heiland

Okuli 2007

Journal XIII (pdf), Pfarrer Klaus Pantle

Reflexion XIII (pdf), Dr. Carl Philip von Maldeghem (Intendant des Alten Schauspielhauses und der Komödie im Marquardt)

XIV Gloria

Lätare 2007

Journal XIV (pdf), Pfarrer Klaus Pantle